Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 10.06.2021


Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.


1. Johannes 5,3


„Kann man Liebe gebieten?“, fragt Fulbert Steffensky und fährt fort: „Ich habe das Wort Liebesgebot gern. Es ist ein erster Hinweis darauf, dass der Sitz der Liebe nicht allein, vielleicht nicht einmal hauptsächlich das fühlende Herz ist. Ihr Sitz ist auch der Verstand und ist der Wille des Menschen, und diesen kann man gebieten.“

An anderer Stelle schreibt er: „Auch wenn zwei zusammen spülen, ist es ein Liebesspiel – sozusagen ein Liebesspül. Auch wenn zwei sich abmühen, einander zu ertragen, ist es eine Lesart der Ekstase.“

Steffensky hinterfragt kritisch und leidenschaftlich die Gleichsetzung von Liebe mit Gefühl und Ekstase.
Er verweist auf den Alltag der Liebe und den Alltag des konkreten Handelns.

Darum Ja, Liebe und Gebot schließen sich nicht aus, sie verbinden sich, sind aufeinander angewiesen. Denn Liebe erweist sich in der konkreten Tat, im Handeln füreinander und für andere.
Und Gebote aus Liebe gehalten, sind nicht schwer, sie werden mit Liebe und damit leicht gehalten – sie werden gern gehalten.

Mühe aus Liebe ist gewiss harte Arbeit, aber jeder Schweißtropfen wird als Glückstropfen empfunden, eben aus Liebe geschehen.

Liebe und Gebote passen sehr wohl zusammen!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

https://www.hagalil.com/judentum/feiertage/schabath/shalom.htm

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