Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 09.06.2021


Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.


Hebräer 2,1

Der erste in der Bibel vorkommende Begriff für Sünde ist hebr. Chattath und steht in 1. Mose 4,7. Da lauert die Sünde vor der Tür des Kain. Im ursprünglichen Sinne meint Chattath die Zielverfehlung.

Im Griechischen heißt es „Hamartia“, was so viel bedeutet wie verfehlen, nicht treffen. Wiederum ist die Sünde gemeint und wird auch so ins Deutsche übersetzt. In der griechischen Tragödie ist die „Harmatia“ der Fehltritt des tragischen Helden.

Sünde kann genannt werden, wenn wir unsere von Gott gegebene Bestimmung verlassen. So war es Sünde im Sinne von Zielverfehlung, dass Adam und Eva ihrer Verantwortung im Paradies nicht mehr nachkommen konnten, weil sie nicht mehr Gott vertrauten.

Von Zielverfehlung spricht auch die Tageslosung und verbindet dies mit der Vorstellung des Treibens bzw. des getrieben Werdens.

Als Medizin gegen die getriebene Zielverfehlung wird auf das Hören auf Gottes Wort verwiesen. Dieses Hören bzw. Achten auf das Wort erhält die dem Menschen von Gott geschenkte Freiheit, mit der er seiner Bestimmung und Verantwortung in dieser Welt gerecht werden kann.

Ohne das Hören auf Gottes Wort wird er zum Getriebenen.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

https://www.hagalil.com/judentum/feiertage/schabath/shalom.htm

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