Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 02.06.2021


Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben!


Jesaja 55,3

Nicht jeder, der Ohren hat kann auch hören. Das liegt dabei nicht unbedingt an dreckigen Ohren oder Verletzungen im Trommelfellbereich. Denn wir Menschen neigen durchaus dazu, Sachen zu überhören, zu verhören, teilweise oder gar nicht zu hören. Zum rein akustischen Vorgang des Hörens kommt noch die Notwendigkeit des Verstehens hinzu.

So hat Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, besser bekannt unter Loriot, am Beispiel von Eheleuten das Phänomen einer „zerbröselten Kommunikation“ aufgezeigt. Da reden zwei Menschen so richtig aneinander vorbei. Denn das Hören aufeinander will gelernt und geübt sein.

Auch in Glaubensfragen geht es um das Hören, das sich wie ein roter Faden durch die Bibel zieht. „Schma Jisrael“ heißt es zu Beginn des großen Glaubensbekenntnisses des Volkes Israel: „Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer.“ (5Mose 6,4) Täglich soll es aufgesagt werden.
Oder Paulus hält fest: „Wie wir gesehen haben, setzt der Glaube das Hören der Botschaft von Christus voraus.“ (Röm 10,17)
Dabei ist das Hören auf Gott keine Selbstverständlichkeit. Stets neu wird in der Bibel dazu aufgerufen.

Dabei kommt es darauf an, dass wir uns stets neu Zeiten nehmen, um auf Gott hören zu können. Wer zum Gottesdienst geht, will auf Gottes Wort hören. Wer die Bibel liest, hofft auch darauf, Gottes Stimme zu vernehmen. Im Gebet wollen wir auf Gott hören.

Das sind alles Handlungen, die nicht davon ausgehen, dass eine übernatürliche Stimme vom Himmel zu uns spricht. Vielmehr ist das Hören auf Gott eng mit dem Lesen der Bibel verbunden.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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