Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 28.05.2021


Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, dass du wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erfüllt werdest.


Apostelgeschichte 9,17

Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, dass du wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erfüllt werdest.

In der Kirchengeschichte gibt es die wichtige Unterscheidung zwischen einer Vocatio interna und einer Vocatio externa, einer inneren und äußeren Berufung. Wenn beides zueinander kommt, sind dies beste Voraussetzung für einen Dienst oder die Übernahme einer Aufgabe. Es reicht in der Regel nicht, wenn man sich nur selbst berufen fühlt, aber die Bestätigung durch andere ausbleibt. Auch umgekehrt ist es schwierig, wenn andere meinen, man sei für eine Aufgabe geeignet, einem selbst erscheint jedoch kein innerer Dornbusch als Zeichen.
Die hier geschilderte Szene ist eine Art Vocatio externa, eine äußere Berufung. Dabei ist nicht nur die Sendung für einen Dienst oder eine Aufgabe wichtig, sondern auch die damit verbundene Segnung und Ausrüstung.
Die Handauflegung ist dafür ein sichtbares Zeichen. In der Medizin nennt man das auch eine therapeutische Berührung, durch die Angstzustände, Schmerzen und Erschöpfung bei Krebspatienten gelindert werden können. In der Bibel kommt sie als äußeres Zeichen für eine Beauftragung und Bevollmächtigung, für eine Segnung und Geisterfüllung vor. Der Gesandte wird auch gleich mit dem Heiligen Geist ausgerüstet.
Wenn man in der Apostelgeschichte nachliest, folgt der äußeren Berufung von Hananias die innere des Paulus. So kann die Reihenfolge sein. Sie kann sich aber auch umgekehrt erweisen. Gut ist es, wenn im Ergebnis beide zueinander finden. Denn allein für sich genommen, können sie auch Täuschungen sind.
So brauchen sie einander und sind aufeinander angewiesen, um Selbst- und Fremdtäuschungen zu vermeiden.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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