Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 27.05.2021


Kaleb sprach zu Josua: Meine Brüder machten dem Volk das Herz verzagt; ich aber folgte dem HERRN, meinem Gott, treulich.


Josua 14,8

Es gibt Helden der zweiten Reihe. In J.R.R. Tolkiens großer Trilogie „Herr der Ringe“ ist es Samweis Gamdschie, genannt Sam, der treue Freund von Frodo, dem eigentlichen Helden und Ringträger der Geschichte. Von Beruf ist Sam Gärtner. Doch zeichnet er sich vor allem durch seine Treue und Loyalität aus. Ohne ihn wäre das Ziel der Geschichte, die Überwindung der bösen Macht, niemals gelungen. Teilweise trägt er Frodo selbst, damit dieser ans Ziel kommt.

Ähnliche Tugenden kann man in Hermann Hesses Erzählung von 1932 „Morgenlandfahrt“ finden, in der das Dienen als höchste Form der Führung aufgezeigt wird. „Leo ging voran … mir den Weg zeigend, ganz Führer, ganz Diener seines Auftrages, ganz Funktion“, schreibt da Hesse.

In der Managementliteratur des 20. Jahrhunderts ist dazu der Ansatz des „Servant Leadership“, des „dienenden Führens“ entstanden. Nach diesem Ansatz besteht die besondere Qualität eines Menschen in führender Position, dass er oder sie die Qualitäten und Kompetenzen anderer fördert und zusammenbringt.

Barnabas war eine solche Führungspersönlichkeit in der Apostelgeschichte. Er selbst kam nicht groß raus, aber er brachte den Paulus groß raus. Er genoss großes Vertrauen unter den Gemeinden, war bestens vernetzt und förderte die Kompetenzen eines anderen, Paulus.

Kaleb war auch so jemand in der zweiten Reihe, der neben Josua im Alten Testament genannt wird. Er zeichnet sich durch ein besonderes Gottesvertrauen und Treue zu Gott aus. Damit wird Kaleb zu einem Glaubensvorbild in der Bibel.
Ihr

Martin Reppenhagen, Dekan

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