Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 03.05.2021


Der HERR ward mein Halt. Er führte mich hinaus ins Weite.


2. Samuel 22,19-20

Das ist schon eine interessante Kombination. Da ist von einem festen Halt die Rede und gleich danach von einem Hinausführen in die Weite. Die Verbindung finde ich spannend.

Dazu fällt mir eine BBC-Dokumentation zur Entwicklung von Kleinkindern ein. Da wird schön gezeigt, wie Kleinkinder ihren Aktionsradius erweitern. Ausgehend vom sicheren Hafen bei Mutter oder Vater erkunden sie ihre Umwelt. Sie ziehen immer weitere Kreise, kommen aber immer wieder zum sicheren Hafen zurück. Sie brauchen einen Halt, um in die Weite zu gehen und versichern sich stets neu, dass dieser Halt bestehen bleibt.

Nun bin ich kein Psychologe oder Entwicklungspsychologe meine aber sagen zu können, dass es uns Erwachsenen nicht anders geht. Fester Halt und Weite schließen sich nicht aus, sondern bedingen einander. Anders formuliert: Wer einen festen Halt im Haus hat, kann sich weit aus dem Fenster lehnen!

So hoffe ich auf beides, auf Halt und Weite. Weite ohne Halt lässt mich verloren gehen. Ich verliere mich. Halt ohne Weite macht mich engstirnig und auf mich beschränkt.

Beides will ich mir und anderen nicht antun. Denn ein festes Herz ist auch ein weites Herz!
So bitte ich:

HERR, schenke mir einen Halt in Deiner Nähe.
Lasse mich ruhen in Deiner Gegenwart.
Und dann lass mich ziehen in die Weite,
mach aus meinem manchmal engen Herz ein weites.
Im Vertrauen auf Dein Mitgehen will ich es wagen!
Amen.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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