Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 19.04.2021


Der HERR festigt dem die Schritte, dessen Weg ihm gefällt. Kommt er zu Fall, so stürzt er doch nicht, denn der HERR stützt seine Hand.


Psalm 37,23-24

Genau vor 500 Jahren verhandelte Kaiser Karl V. mit den Reichsständen über die weitere Zukunft von Martin Luther. Der mächtigste Mann aller Zeiten, so sagen manche Historiker, gegen ein kleines Mönchlein. Und dieser Augustinermönch aus Erfurt erdreiste sich zu widersprechen und zu sagen: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“
Ob Luther es so gesagt hat, ist eher zweifelhaft, auch wenn es so sprichwörtlich sich gehalten hat und immer wieder gern zitiert wird. Eines ist jedoch gewiss. Der Weg Luthers nach Worms war ein schwerer, ein lebensgefährlicher. Es würde mich nicht wundern, wenn er diesen Weg mit bangem Herzen und zitternden Knien gegangen ist, dass die Nächte in Worms von inneren Kämpfen durchwacht waren.

Manche Wege sind nicht einfach, lassen einen bangen zu fallen. Solche Wege gehören zum Leben. Und die Verheißung lautet nun nicht, dass uns solche Wege erspart bleiben. So beten wir in Psalm 23,4: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“
Das finstere Tal, der schwierige Weg, der Tunnel, das sind alles bekannte Lebenserfahrungen. Doch zu ihnen gesellt sich die Zusage Gottes: Ich bin da! Ich halte deine Hand!

Wo es kein Halten mehr gibt, wo wir fallen, werden wir doch von Gott selbst gehalten.

Mit dieser Zuversicht will ich in den Tag gehen und mich vor schwierigen Wegen nicht drücken, wenn es heißt falschen Meinungen zu widersprechen wie Luther, wenn Prüfungen oder schwierige Veränderungen anstehen, wenn es gilt, jemand anders in schwierigen Zeiten zu begleiten.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

Archiv – Gedanken zur Tageslosung