Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 16.04.2021


Nicht werde jemand unter dir gefunden, der Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt. Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Gräuel.


5. Mose 18,10.12

Vor vielen Jahren blickte ich ab und zu in eine Astrosendung auf Baden TV und meinte schmunzelnd, dass ich das mal machen werde, wenn ich als Pfarrer kein Geld mehr verdienen könne. Da schmiere ich mir Haargel ins Haar, rede über Mars, Venus und Jupiter, ergänze mit Aszendenz und Dekadenz – also gut Dekadenz wäre zu offensichtlich falsch -, serviere schließlich mit allgemeinen Lebensweisheiten und verdiene damit mein Geld mit der Sehnsucht vieler Menschen, einen Blick hinter den Vorhang der Zukunft oder hinter die nächste Biegung auf dem eigenen Lebensweg zu werfen. Das habe ich mir auch zugetraut, denn es war in aller Regel eine Mischung aus astrologischem Halbwissen und allgemeinen Lebensweisheiten, die aufgrund der persönlichen Angaben des Fragestellers sehr geschickt auf die jeweilige Person zugeschnitten wurden. Oftmals wurden ein paar Lebensschwierigkeiten gesehen, die sich dann schon bald in Lebensglück verwandelten – sei es im Beruf, in der Partnersuche oder sonst wo.
Das alles war natürlich nicht ernst gemeint. Und doch steckt was dahinter, denn immerhin 77% lesen manchmal in Zeitung oder Zeitschrift ihr Horoskop. Und wenn Sie sich schon gewundert haben, warum in vielen Zeitschriften das Horoskop zum festen Bestandteil zählt, dann liegt dies an diesen Zahlen: Das Horoskop wird mehrheitlich gelesen und vermisst, wenn es fehlt!
Gleichfalls ist mir nicht entgangen, dass Wahrsagerei und Zauberei Gott selbst ein Gräuel ist. Denn damit verbunden ist die Frage, wem ich meine Zukunft anvertraue bzw. wem ich zutraue, dass er mich in die Zukunft bringt:
Ist es Gottes Sache oder menschlicher Hokuspokus?
Und dann kann ich sagen, dass ich nicht alles wissen muss, was in der Zukunft liegt. Doch eines will ich wissen oder besser um einen will ich wissen, dem ich vertrauen kann, mit dem ich in die Zukunft gehen kann, der mich in seine gute Zukunft führt – Gott selbst!
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

P.S.: Mit Zauberei meine ich nicht den Zauberer im Zirkus, der uns mit seinen Zauberkünsten verblüfft und uns fragen lässt, wie er oder sie das nun wieder gemacht hat und wir es uns nicht erklären können, obwohl es dafür eine natürliche Erklärung gibt.

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