Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 15.04.2021


Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben!


Psalm 5,12

Der „Lassiv“ fällt mir auf: „Fröhlich lass sein!“. Bis hin zur Offenbarung zieht sich diese Aufforderung an Gott, andere oder an sich selbst: „Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben.“ (Offb 19,7). Oder es wird gleich imperativisch formuliert: „Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn recht preisen.“ (Psalm 33,1) Oder Paulus mit doppelter Betonung: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ (Phil 4,4)

Muss denn zur Fröhlichkeit und Freude aufgerufen werden? Ergibt sich Freude nicht automatisch, ist eben selbstverständlich? Wenn mir Gutes widerfährt, freue ich mich, bin ich fröhlich. Da muss kein erzieherisches „Sag artig Danke!“ folgen oder eine eindringliche Erklärung.

Und doch treten „kirchlicher Lassiv“ und Imperativ in Bibel und kirchlichem Liedgut gehäuft auf. Selbst der Trosttexter Paul Gerhardt dichtet imperativisch: „Geh aus mein Herz und suche Freud“ (EG 503,1). Der christlichen Freude und Fröhlichkeit scheint kein Automatismus geschenkt zu sein.

Der Lassiv heute ist anders. Denn er richtet sich an Gott. Gott soll mich fröhlich machen. Denn ich selbst kann es manchmal, oftmals nicht leisten.

Darum, möge uns Gott einen fröhlichen Tag und ein fröhliches Leben schenken!

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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