Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 23.03.2021


Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt?


Josua 1,9

„Es war einmal ein kleiner Spatz, der sich immer und über alles Sorgen machte. Die anderen Vögel zwitscherten vergnügt, doch er ließ traurig den Kopf hängen. Viele Fragen quälten ihn: Wie soll ich nur satt werden? Ob ich jemals fliegen lerne? Werde ich eine Frau finden? Piep, piep, piep – oh, ich Armer!“
So steht es auf dem Cover des Bilderbuches von Meryl Doney, das wir unseren Kindern vorlasen. Und manchmal habe ich mich gefragt, ob ich selbst das Buch lieber mag als meine Kinder, weil ich mich immer wieder in diesem Spatz wiederfand, in diesem „ängstlichen kleinen Spatz“, der sich um alles Sorgen machen konnte. Dabei hätte ich es ja besser wissen müssen, denn auf so manche Frage, die der kleine Spatz sich fragte, hatte ich bereits eine gute Antwort gefunden.
Und doch ist es stets so schnell geschehen, die Probleme und Schwierigkeiten, die noch nicht gelösten Herausforderungen oder noch nicht beantworteten Fragen zu sehen, eben verzagt und ängstlich zu sein. So bleibt das große Fragezeichen: Wie wird es ausgehen? Kann es überhaupt gut gehen? Solches Fragen kann die eigene Motivation und die Lebensfreude rauben, jegliches handeln verunmöglichen.
So kann ich Gottes Frage an Josua nur zu gut nachvollziehen. Wie schnell passiert es doch, verzagt zu sein. Ich will mich herausrufen lassen aus dem Abgrund der eigenen Ängste, mich stellen lassen auf Gottes festen Grund.
Und ich will auf Menschen hoffen, die mir auf ihre Weise die Geschichte vom „ängstlichen kleinen Spatz“ erzählen, der neuen Mut durch die Begegnung mit Gott finden durfte.
Und ich will mich an Luthers Spruch erinnern: „Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern.“
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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