Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 18.03.2021


Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.


Sprüche 16,9

Ich stöhne auf. Denn ich bin müde geworden. Hoffnungen und Erwartungen gehen nicht auf. Planungen werden durchkreuzt. Ich bin diesen steten Vorbehalt leid. Was bringt das ganze Planen und Überlegen, wenn doch alles anders kommt?
Was soll ich nur sagen? Ich weigere mich anzuerkennen, dass der Vers aus dem Buch der Sprüche Recht hat und mache fast täglich die Erfahrung, dass diese stets nüchternen und manchmal gar Welt pessimistischen Sprüche in diesen schwierigen Zeiten Recht bekommen. Ich will nicht, mit den Grenzen des eigenen Planens und dem Planen anderer konfrontiert werden.
Ich will, dass Lösungen endlich aufgehen und Bestand haben – kein ewiger Kreislauf unerfüllter Wünsche und Sehnsüchte.
Ich bin müde angesichts der Enttäuschungen, angesichts ergebnisloser Mühen – von mir und von anderen. Ich habe ja nichts gegen Mühen, doch wo sie ergebnislos bleiben, sind sie nur noch mühevoll.
Wenn alles gut läuft, hätte ich diesem Spruch mit einem Schmunzeln im Gesicht zugestimmt. Dann fällt es leicht, solchen Sprüchen zuzustimmen. Doch wenn es eben nicht so läuft, wie man sich das vorstellt, hat der Spruch plötzlich einen Stachel, der so richtig weh tut.
Bei allem Trotzen und Zagen will ich mir dennoch einen Funken Hoffnung erhalten, dass bei allen Sackgassen und bei allem vergeblichen Mühen, Gott dennoch meinen Schritt lenkt, damit ich eben doch nicht wanke oder gar falle, sondern durch alles Scheitern, durch alle Müdigkeit hindurch Gott leitet und lenkt, auf dass wir dem Ziel, seinem Ziel näherkommen.
Diese Hoffnung möge mir bleiben!
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

Archiv – Gedanken zur Tageslosung