Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 12.03.2021

Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.


Römer 14,8

Ich kenne es gar nicht anders, dass dieser Vers Teil des Spruches Römer 14,7-9 bei jeder evangelischen Bestattung ist und am Grab gesprochen wird.
„Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.“
Angesichts der Offenkundigkeit des Todes kommt diesem Spruch eine Signalwirkung zu. Er wird mir zum Ausdruck christlicher Hoffnung, zum glaubenden Trotzwort gegen die Wirklichkeit des Todes. Dabei leugnet der Spruch die Wirklichkeit des Todes nicht. Wir übersehen hier nicht, was offenkundig ist. Vielmehr halten wir am Grab fest, dass für Gott das Trennende, was für uns so schmerzhaft ist, eben nicht trennend ist.
An dieser Stelle komme ich mir wie ein Herold vor, der Wichtiges ausruft, das jeder hören soll. Dabei spüre ich, dass ich es mir selbst auch sage. Es sollen die Trauernden hören, keine Frage. Und gleichfalls merke ich, wie ich es selbst brauche, wie ich mich nach dieser Gewissheit sehne, dass egal ob Leben oder Tod, Gott da ist.
Selbst in den Todeszonen mitten im Leben, die es ja auch gibt, die uns ja auch prägen, soll gelten:
Ich gehöre dem Herrn! Ich gehöre zu Gott und seinem Christus!
Und wenn ich es selbst nicht glauben kann, hoffe ich auf einen anderen Christenmenschen, der mir dies eben zusagt:
„Ob Du lebst oder stirbst, Du gehörst zum Herrn!“
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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