Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 11.03.2021

Du sollst den Fremden lieben wie dich selbst.


3. Mose 19,34

Die Forderung ist kurz und knapp. Christlich gesprochen kennen wir sie als Gebot der Nächstenliebe. Hier wird sie konkret auf den Fremden bezogen. Und ich will das Ganze grenzüberschreitendes Sozialwesen nennen.

Nach damaligem und bis heute wirksamem Verständnis galt die Fürsorge nur der eigenen Familie bzw. der eigenen Sippe. Das Sozialwesen war so aufgebaut, dass sich die eigene Familie bzw. Sippe um ihre Angehörigen kümmerte. Sie war gleichermaßen Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Schon allein deswegen waren Kinder so wichtig und entscheidend. Sie waren eine wichtige Altersversicherung. Und sie sind es bis heute, auch wenn sich unsere Versicherungssystem gewandelt haben.
Das Gebot „Du sollst den Fremden lieben wie dich selbst.“ entgrenzt dieses auf die eigene Sippe beschränkte Sozialwesen. Es schließt den Fremden, der mit am gleichen Ort wohnt, mit ein. Er wird sozusagen in die Gemeinschaft mit hineingenommen, eben integriert.
Seine Not ist auch Deine Not! Oder positiv formuliert: Deine Liebe gilt auch dem Fremden!
An diesem Gebot arbeiten wir uns gerade in Europa und im eigenen Land ab.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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