Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 03.03.2021

Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.


1. Mose 2,18

Allein sein, ist nicht gut! Wem muss man das eigentlich sagen? Zweifelsohne kann es gut und wichtig sein, mal eine Zeit lang allein zu sein. Gut und wichtig ist es auch, eine gewisse Zeit lang allein sein zu können. Doch stetes Alleinsein ist nicht auszuhalten. Das klappt nicht. Alleinsein auf Dauer dient nicht dem Leben.
Denn wir sind auf die Hilfe anderer stets angewiesen. Wir brauchen die Gegenwart und die Hilfe anderer. Wir leben regelrecht vom anderen. Ja, wir brauchen andere Menschen, um wir selbst sein zu können. Denn, so wage ich zu sagen, allein wird nichts aus uns. Erst mit dem anderen, mit einem gegenüber, reifen wir und erst mit dem Gegenüber werden wir schöpferisch.
Der Andere ist uns wahrlich auf den Weg mitgegeben. Schon bei unserer Geburt ging es nicht ohne eine Andere, ohne die „anderen“ Eltern. Erste Schritte und letzte Wege gehen nicht ohne die Anderen, die mitgehen. Und zwischen diesen Schritten bzw. Wegen liegen viele andere, die wir auch nicht allein gehen sollten oder müssen. Denn „es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“.

Der Prediger formuliert es so (Kap. 4):
9 So ist’s ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe.
10 Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft.
11 Auch, wenn zwei beieinanderliegen, wärmen sie sich; wie kann ein Einzelner warm werden?
12 Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.

Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

Archiv – Gedanken zur Tageslosung