Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 23.02.2021

Ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!

Jesaja 6,8

Nach Abitur und Zivildienst wurde mir dieser Vers aus dem Buch des Propheten Jesaja wichtig. Ich wollte mich ganz bewusst von Gott senden lassen und habe so das Theologiestudium begonnen. Als jemand, der eigentlich Informatik studieren wollte, kann ich beinahe stereotyp von einem Berufungserlebnis sprechen.
Gott wollte mich anscheinend senden und ich wollte mich senden lassen. So ist also ein „Minister Verbi Divini“ geworden, ein Diener am Wort Gottes.
Soweit so gut, könnte man sagen. Und alle anderen könnten sich zurücklehnen und meinen, dass sie sich selbst nicht senden lassen müssen, denn es gibt ja besonders Gesandte.
Nun will ich nicht bestreiten, dass es besondere Sendungsaufträge von Gott gibt. Und doch habe ich in der ELCA, der evangelisch-lutherischen Kirche in Amerika, gelernt, dass mit jeder Taufe die Sendung zum Glaubenszeugnis in die Welt verbunden wird.
Folge ich diesem Verständnis, ist jeder Getaufte gesandt, mit den eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten seinen Glauben und damit Gott selbst zu bezeugen.
Wir sind – wenn auch in unterschiedlicher Weise – alle Zeugen Jesu Christi in der Welt.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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