Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 22.02.2021


Hanna betete: HERR Zebaoth, wirst du das Elend deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht vergessen?

1. Samuel 1,11

Kinderlos zu sein, galt zu Zeiten der Hanna als Gottesstrafe. Über solche Sichten mag man heute nur den Kopf schütteln, übersehen sollte man dabei jedoch nicht, dass es wahrlich ein schier vernichtendes Schicksal war, als Paar kinderlos zu bleiben. Denn ohne Kinder fehlten wichtige Arbeitskräfte in Haus und Hofe, gab es keine Krankenversicherung, blieb auch die Rente aus. Ohne Kinder war man wahrlich bestraft und konnte nur hoffen, dass einen die größere Familie mit durchtrug.
Es hat also gute und nachvollziehbare Gründe, dass Hanna von ihrem Elend sprach. Kinder waren lebensnotwendig.
Dabei ist bemerkenswert, dass die Bibel den Elkana, den Mann von Hanna, erwähnt. Denn er hält zu seiner Frau, obwohl diese als von Gott gestraft gilt.
Nun geht die Geschichte weiter, denn Gott erhört das Gebet der Hanna. Ihnen wird ein Sohn geschenkt:
Samuel „Der von Gott Erhörte“ oder „Von Gott erbeten“. Und aus Samuel wird ein bedeutender Prophet im Volk Israel.
Diese Geschichte wurde jedoch nur darum möglich, weil Elkana und Hanna ihren lang erbetenen Sohn nicht als ihren Besitz ansahen, sondern ihn frei gaben. Das war ihnen gewiss nicht leicht gefallen, auch wenn die Bibel darüber nicht berichtet.
In ausweglosen Situationen darf es durch Gott weitergehen!
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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