Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 18.02.2021


Jesus sprach zu Zachäus: Ich muss heute in deinem Haus einkehren.

Lukas 19,5

Da sitzt er also neugierig und doch auch ein wenig versteckt in der hinteren Reihe im Baum, der gemiedene und gehasste Zachäus, jener Steuereintreiber, der mit den römischen Besatzern gemeinsame Sache macht.
Und ausgerechnet ihn sieht Jesus. Ausgerechnet bei ihm kehrt er ein, Der angesehene Lehrer Jesus wird Gast bei einem gesellschaftlich Ausgegrenzten. Und das Unvorstellbare, das Unmögliche wird wahr: Aus dem Finanzhai wird ein Wohltäter! Aus der Randfigur wird ein Nachfolger Jesu.
Manchmal frage ich mich, wie viele Zachäusmenschen gibt es bei uns. Sie müssen nicht unbedingt alle gesellschaftlich ausgegrenzt sein, aber sie blicken von Ferne auf die Gemeinde, auf die Kirche, warten innerlich darauf, dass jemand aus der Gemeinde, aus der Kirche sie anspricht.
Oder haben wir sie schon abgeschrieben? Oder trauen wir uns nicht, sie anzusprechen, sie einzuladen?
Wo sind die Menschen, die wir überraschen können? Oder noch anders gefragt: Wo sind wir, auf dass wir andere fröhlich überraschen können?
So wie Jesus den Zachäus: „Ich muss heute in deinem Haus einkehren!“
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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