Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 15.02.2021


Die Israeliten sprachen zum HERRN: Wir haben gesündigt, mache du es mit uns, wie dir’s gefällt; nur errette uns heute!

Richter 10,15

Wer das Buch der Richter im Alten Testament liest, begegnet an vielen Stellen dem gleichen Muster. Manchmal gewinnt man gar den Eindruck, dass man das doch schon mal gelesen habe.
Der Aufbau der verschiedenen Geschichten ist bis auf Nuancen stets gleich: Sie glauben an Gott. Sie fallen ab von Gott. Sie stürzen in Not. Sie schreien zu Gott. Gott hilft ihnen. Sie glauben an Gott. Und schon wissen Sie, wie es weitergeht.
Und immer, wenn ich das Buch Richter lese, denke ich: Wie im echten Leben! Oder ich denke an den Spruch „Not lehr beten!“
Das war schon bei den Israeliten so.
Und noch was fällt mir auf. Solche Notsituationen sind oftmals Verhandlungssituationen, Zeiten großartige Gelübde. Wenn Du, Gott, mir hilfst, will ich für Dich diese oder das tun. Dabei sind die Israeliten noch einen Schritt weiter. Sie merken, dass sie gar nichts mehr zu bieten haben. Ihre Waagschale bleibt leer.
Und noch was fällt mir auf. Gott lässt sich stets neu darauf ein.
Wenn Jesus dem Peturs sagt, dass Vergeben 7×70 geschehen soll, ist dies schon eine gigantische Herausforderung. Denn 7×70 bedeutet in der hebräischen Zahlensymbolik stets und immer. Und gleichzeitig ist die Zahl 7 die göttliche Zahl. Vergeben ist daher auch „göttliches Geschäft“.
Und ja, von dieser nie enden wollenden Bereitschaft Gottes, uns zu vergeben, leben wir.
Wo wären wir denn, wenn Gott mit seiner Vergebung sparen würde?
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

Archiv – Gedanken zur Tageslosung