Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 12.02.2021


Ein jeder prüfe sein eigenes Werk.

Galater 6,4

„Ein jeder kehre vor seiner eigenen Haustür“, kann man manchmal hören. Hier und da habe ich diesen Spruch schon an Häuserwänden gesehen. Allerdings weiß ich nicht, was ich von diesem Spruch halten soll. Er wirkt so abweisend und rechthaberisch.
„Ein jeder prüfe sein eigenes Werk“, hat da eine andere Richtung, auch wenn der Spruch ähnlich klingt.
Wer sein eigenes Werk prüft, sitzt über andere nicht zu Gericht!
Wer sein eigenes Werk prüft, gibt zu, dass das eigene Werk nicht immer gut und eindeutig ist, sondern zu prüfen ist!
Wer sein eigenes Werk prüft, kann gnädig sein, wenn es bei anderen nicht rundläuft, weil das eigene Werk auch nicht vollkommen ist!
Wer sein eigenes Werk prüft, erkennt den Balken im eigenen Auge und geht darum gelassener mit dem Splitter im Auge des anderen um!
Wenn jeder sein eigenes Werk prüft, ist gemeinsames Leben und Handeln möglich!
Und von mir aus kann dann auch jeder vor seiner eigenen Haustür kehren. Dann wehre es überall auch sauber, was gewiss kein Fehler wäre.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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