Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 09.02.2021


Dieses kostbare Gut, das dir anvertraut ist, bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt.

2. Timotheus 1,14

Meine erste Assoziation mit dem Vers war die zu meiner Konfirmation vor über 40 Jahren. Irgendwie habe ich an den Konfirmandenunterricht oder an die Konfirmation selbst keine Erinnerung mehr. Aber an eins erinnere ich mich bis heute: Sie war mir wichtig! Ich wollte ernsthaft glauben und mich dafür segnen lassen. Das hat mich seither begleitet und nicht mehr losgelassen.
Ich will es mal „Ernsthaftigkeit im Glauben“ nennen. Und wenn ich das so lese, denke ich gleich, dass das beinahe zu ernst klingt. Im Sinne einer Spaßbremse meine ich das jedoch nicht. Vielleicht drücke ich es so aus: Der Glaube ist mir seitdem wichtig!
So verstanden ist der Vers aus dem Zweiten Timotheusbrief ein klassischer Konfirmationsspruch. Er zählt zur Gattung der Vermahnungen. Bleibe im Glauben, halte fest daran.
Gleichfalls fällt mir auf, dass es nicht einfach eine Ermahnung, sondern auch eine Verheißung ist. Der Appell an meine eigene Kraft wäre wohl auch zu wenig und wenig erfolgreich.
„…durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt“, heißt es da. Da ist also eine Dynamik in mein Leben gekommen, die nicht so leicht aufgibt, die mir den Glauben erhellt. Und das geschieht nicht gegen meinen Willen oder meine Selbstbestimmung, sondern mit mir.
So will ich den Schatz des Glaubens in mir bewahren. Da ich jedoch weiß, dass mir das aus eigener Kraft kaum gelingen wird, bin ich für den Heiligen Geist dankbar in meinem Leben.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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