Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 04.02.2021


Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.

Psalm 34,19

Haben Sie auch Teller und Tassen im Schrank, die an der einen oder anderen Stelle einen leichten Sprung haben? Oder haben Sie gar eine wertvolle Vase oder Schale, die runtergefallen war und die Sie mühsam geklebt haben. Und jedes Mal, wenn Sie sie sehen, sehen Sie die Klebespuren und es geht ihnen ein Stich durchs Herz?
Wäre das ein Bild für unsere Herzen? Unsere Herzen haben alle einen Sprung oder sind gar zersprungen und mühevoll geklebt, aber die Risse sind noch zu sehen und zu spüren.
Es gibt Ereignisse und Enttäuschungen in unserem Leben, die in unseren Herzen Spuren hinterlassen. Diese kann man nicht einfach chirurgisch angehen oder mit einem Gips behandeln und gut ist.
„Ich habe lieber einen gebrochenen Arm als ein gebrochenes Herz“, sagte das US-amerikanische Topmodell Christie Brinkley und bringt es auf den Punkt. Und von unbekannt stammt die Feststellung „Ein gebrochenes Herz ist das Schlimmste. Es ist, als hätte man gebrochene Rippen. Niemand kann es sehen, aber es tut jedes Mal weh, wenn man atmet.“
Man braucht einen besonderen Herzspezialisten, dem man diese Sprünge tief im Innern anvertraut. Eine Operation am offenen Herzen kann nicht jedem gelingen.
Dabei müssen wir noch erkennen, dass es um eine lebenslange Therapie geht. Zerbrochene Herzen begleiten uns, mit denen ist man nicht einfach fertig, das kann man selten gänzlich abschließen und vergessen. Wir kennen sie selbst und wir begegnen ihnen bei anderen Menschen.
Wohl denen, die in solchen Zeiten und Nöten Menschen haben, die ihnen nahe sind und nahe sein dürfen.
Wohl denen, die Gott selbst an einen nahen erfahren, der eben nicht fern ist und schon gar nicht jenen, die zerbrochenen Herzens und zerschlagenen Gemüts sind.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan
Archiv – Gedanken zur Tageslosung