Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 27.01.2021


Die in ihrem Geist irren, werden Verstand annehmen, und die, welche murren, werden sich belehren lassen.

Jesaja 29,24

Gott sei Dank, kann man dazu nur sagen, wenn Irre mit Verstand und Halsstarrige mit Lehre beschenkt werden.
Und man ist gar gewillt mit den Schwaben zu beten: „Herr, schmeiß Hirn ra‘!“ Damit wäre nun nicht bewiesen, dass es die Schwaben besonders nötig hätten, auch wenn sie erst mit 40 g’scheit werden. Denn zum einen ist ja damit noch nicht gesagt, dass die Nicht-Schwaben schon früher gescheit werden und zum anderen, dass nicht andere auch eine Portion Hirn vom Himmel bräuchten. Beispiele dafür ließen sich wahrlich genügende aufzeigen.
Und bei der Suche müsste ich nicht einmal soweit suchen, könnte vielmehr gleich mit mir selbst antworten und ausrufen: Ich habe jemanden gefunden, mich selbst! Dabei bin ich wahrlich dankbar, dass meine Mitmenschen und Gott selbst, mich nicht bei meinen Irrungen behaftet haben oder sie mir ständig vor Augen führen, dass vielmehr ihre Konsequenzen begrenzt und nicht von tragischer Dauer waren.
Das mag nicht jedem und nicht für jede Irrung möglich sein, dass die Folgen begrenzt bleiben. Umso mehr bleibt die Hoffnung, dass Gott Verstand schenkt in allen persönlichen Irrungen und in dieser Welt, damit eben das Richtige und Weiterführende getan wird und eben nicht ausbleibt.
Da hilft, dass wir um einen wissen, der hier bei allen Uneindeutigkeiten des Lebens und Irrenden, die wir nun einmal sind, mitfühlen kann und uns nahe ist. Denn „er (Christus) kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt.“ (Hebr 5,2) .
Und Mitgefühl brauchen wir wahrlich. Und wenn dieses Mitgefühl gepaart ist mit Verstand kann es uns wahrlich Recht sein.
Darum „Herr, schmeiß Hirn ra‘!“ und fang gleich bei mir an. Und Herr, ich wüsste da auch noch ein paar andere, bei denen mehr Verstand angesagt wäre. Dennoch bitte ich Dich, bei mir anzufangen, damit ich nicht plötzlich der Unverständige bin.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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