Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 25. Januar 2021

Aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Ich will dich mit Maßen züchtigen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.

Jeremia 30,11

Die gute Nachricht kann ich gleich vorwegnehmen: Es wird kein böses Ende nehmen! Das ist schon mal gut zu lesen. Auch wenn ich Gründe dafür liefere, Gott will der Beziehung mit mir kein Ende setzen.
Ich mag zwar aus dem Schiff der Taufgnade fallen, aber das Taufschiff bleibt erhalten. So hat es mal Martin Luther ins Bild gesetzt. Bleibt nur noch die Herausforderung, zurück zum Schiff zu schwimmen.
So weit so gut. Doch in den anderen beiden Sätzen begegnet mir ein strafender Gott. Ich tue mich schwer mit einem strafenden Gott. Doch wenn ich länger darüber nachdenke, frage ich mich dann doch, ob ich will, dass die Täter dieser Welt einfach ungeschoren davonkommen. Was sage ich den Opfern? Soll ich sagen: Alles unter den Teppich gekehrt, alles nicht so wild? Soll Gott hier nur der liebe Gott sein?
Ich merke, so leicht komme ich von einem strafenden Gott nicht weg. Und auch ich bin hier dabei. Denn dass ich nur Opfer sei, wäre eine Verkennung meiner Taten.
Es geht dar nicht um die Alternative vom lieben oder strafenden Gott. Wäre dem so, käme es schräg. Mir fallen selbst genügend Gründe für einen strafenden Gott.
Und dann auch mit dem von Gott gewählten Maßstab: Es geht um eine angemessen Strafe, aber diese ist nicht das Ende. Gottes Strafe ist nicht sein letztes Wort. Sein letztes Wort ist stets Gnade und Barmherzigkeit. Auch das will ich festhalten.
Und ich will mich daran erinnern, dass die Bibel auch festhält, dass die Strafe auf ihm, auf Christus, liegt.
Von daher gilt: Es wird kein böses Ende nehmen!
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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