Gedanken zur Losung in schwierigen Zeiten – 21. Januar 2021

Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens
in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

1. Mose 2,7

Spontan fallen mir Bestattungen ein. Da heißt es am Grab: „Von Erde bist Du genommen, zu Erde sollst
Du werden.“ Mit diesen nüchternen Worten schließt sich der Kreis. Auch der Mensch ist Teil der Erde
und Teil des Kommens und Gehens irdischen Lebens. Er hat und ist Teil allen Lebens auf Erdens;
seine Herkunft ist keine andere. Das ist eine nüchterne Feststellung und bewahrt hoffentlich vor
falschen menschlichen Wahnvorstellungen und Überhöhungsfantasien.
Du bist Mensch! Du bist nicht Gott!
Doch damit ist über uns Menschen noch nicht das Wesentliche gesagt. Denn dass wir von Erde
gemacht sind, macht uns noch nicht lebendig. Das wissen wir nur allzu gut. Wenn uns die Lust am
Leben fehlt, die Motivation abhandenkommt und uns der Atem stockt, mögen unsere Organe und
Bewegungsinstrumente noch funktionieren, doch wir können sie kaum noch gebrauchen. Darüber
hinaus kann all dies auch deutliche körperliche Symptome zeigen.
Der Mensch aus „Staub von der Erde“ kann seine „irdischen Bestandteile“ nur richtig nutzen, wenn
ihm auch der „Odem des Lebens“ gegeben ist. Erst die Verbindung von beidem, macht den
Menschen zu einem „lebendigen Wesen“.
Und wo er seinen „Odem“ verliert, verfällt auch sein Körper.
Umso mehr wünsche ich uns in schweren Zeiten die von Gott geschenkte Freude am Lebens.
Ihr
Martin Reppenhagen, Dekan

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