Fastenspeise in schwierigen Zeiten 14.04.2022


Ein weiterer Nachtrag zu Hiob

17 Denn der Feigenbaum grünt nicht, und es ist kein Gewächs an den Weinstöcken. Der Ertrag des Ölbaums bleibt aus, und die Äcker bringen keine Nahrung; Schafe sind aus den Hürden gerissen, und in den Ställen sind keine Rinder. 18 Aber ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil. 19 Denn der HERR ist meine Kraft, er hat meine Füße wie Hirschfüße gemacht und führt mich über die Höhen. Vorzusingen, beim Saitenspiel. (Habakuk 3,17-19)

Fragt man nach dem „Himmel auf Erden“ fällt den Bewohnern des Mittelmeerraums der Weinberg und der Olivenhain ein. Im Volk Israel ist es nicht anders. Beides steht für Wohlergehen und Wohlstand. Und wenn der Feigenbaum grünt, geht es dem Volk Israel gut. Wie kein anderer Baum steht der Feigenbaum für Gottes Volk.

Doch dem Feigenbaum fehlen die Blätter, der Weinstock ist ohne Reben, die Oliven vertrocknet, weder Acker, Weide noch Stall tragen zum Lebensunterhalt bei. Ein entsetzliches Bild tut von Leiden und Not tut sich auf.

Im Widerspruch zu diesem entsetzlichen Bild spricht der Prophet von „Denn der HERR ist meine Kraft“. Beinahe unerträglich will er sich freuen und fröhlich sein. Doch ist Habakuk nicht fröhlich über all diese entsetzlichen Dinge, sondern „in Gott, meinem Heil“. Angesichts der Not hat er einen anderen Halt, einen anderen Grund.

Und ich ahne, warum diese Verse bei allem Widerspruch so grundlegend wichtig und lebensnotwendig sind. Bei allem Entsetzen bedarf ich eines Haltens, bei allem Wanken brauchen meine Füße einen festen Grund. Warum? Damit ich mich der Not bei allem Toben stellen kann. Ich brauche eine Fröhlichkeit, die mich befähigt, Krieg und Terror, Not und Leiden nicht das letzte Wort zu geben, sondern trotzig ihnen allen die Stirn zu bieten.

Bleiben Sie von Gott behütet!

Ihr Martin Reppenhagen

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