Fastenspeise in schwierigen Zeiten 13.03.2022

Die Bösen, das Böse oder doch der Böse? Teil 2

Drei göttliche Strategien gegen das Böse in menschlicher Geschichte meine ich in der Bibel ausmachen zu können, die auf ihre Weise gegen die Übermacht des Bösen vorgehen und sich nicht alternativ verstehen. Und doch gibt es ein Gefälle unter den drei Strategien. Denn die ersten beiden Begrenzen zwar die Macht des Bösen, aber sie überwinden sie nicht. Daher ist die dritte Strategie die höchste unter ihnen.

1. Gott begrenzt die menschlichen Möglichkeiten!
Als eine erste Reaktion auf den Einbruch des Bösen in das menschliche Leben begrenzt Gott die Möglichkeiten des Menschen. Als Folge muss der Mensch die paradiesischen Freiheiten verlassen. Die menschliche Existenz Jenseits von Eden wird eine begrenzte Existenz. In der Geschichte vom Turmbau zu Babel zeigt sich das auf besondere Weise. Der sich entgrenzen wollende Mensch landet in der Verwirrung. Gott bleibt Gott und Mensch bleibt Mensch. Auch die Sintflutgeschichte nimmt dieses Motiv auf und verbindet dies gleichzeitig mit einer Hoffnungsbotschaft: Der Mensch ist nicht verloren!

2. Gott gibt das Gesetz!
Der biblische Realitätssinn besagt, dass dort wo die Welt aus den Fugen gerät, es Schranken und Gesetze geben muss, um neu zu ordnen und Gemeinschaft wieder möglich zu machen. So gibt Gott zu seinem Bund mit den Menschen seine Gebote und Gesetze, damit sich die Menschen daran orientieren und danach leben. Hierzu gehört auch nach dem Verständnis des Paulus eine weltliche Macht, die das Einhalten von Gesetzen auch umsetzen und damit dem Bösen Einhalt gebieten kann. Weltliche Macht – und darin besteht ihre Verantwortung – setzt dem Bösen Schranken, ist jedoch gleichzeitig gefährdet, selbst falschen Machtansprüchen zu folgen. Denn ohne Grenzen gibt es weder Menschlichkeit noch Leben.

Das zeigt sich nicht nur in den 10 Geboten, sondern auch in solchen Aufforderungen wie „Lass ab vom Bösen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach.“ (Psalm 34,15) Allerdings gesellt sich hierzu die Erkenntnis, dass der Mensch hier seine Schwierigkeiten mit dem Wollen und Vollbringen hat. Und die Geschichte ist voller Beispiele dafür.
Es bedarf eines göttlichen Eingreifens, damit das Tun des Guten auch gelingen kann.

3. Gott befreit!
Bereits im Alten Testament wird dies deutlich benannt, dass Gott selbst das Böse verhindern und zum Guten wenden muss.

Bleiben Sie von Gott behütet!

Ihr Martin Reppenhagen

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