Fastenspeise in schwierigen Zeiten 06.03.2022

Die apokalyptischen Reiter reiten wieder! Teil 4

Nun ist es nicht einfach so, dass ein apokalyptisches Denken vom Handeln eines verborgenen Gottes spricht. Vielmehr ist es das Handeln eines offenbaren Gottes. Gott ist in diesen Dingen am Werk! Gott ist ein wirkmächtiger Gott, der aus dem Verborgenen heraustritt und sich zeigt. Gott handelt in allem menschlichen Wirren auf seine gute Zukunft hin. Damit nehmen wir ernst, dass wir an den einen Gott glauben. Im Lateinischen heißt das solus Deo, allein Gott.

Und so hat Martin Luther nicht nur vom Handeln des verborgenen Gottes gesprochen, sondern noch vielmehr vom Handeln des offenbaren Gottes, wie sich Gott selbst in Jesus Christus zeigt und Gott durch ihn handelt. Damit ist zweierlei festgehalten. Zum einen übersteigt Gottes Handeln stets unser Verstehen. Gott bleibt für uns der Unverfügbare, der jenseits menschlichen Vermessens steht. Und damit bleibt Gott auch der uns rätselhafte und sehr wohl auch erschreckende. Zum anderen – und damit kommen wir zum Eigentlichen Gottes – zeigt sich uns Gott. Gott offenbart sich.

Im brennenden Dornbusch begegnet er Mose und sagt: „Ich bin der ich bin!“ Und mancher Ausleger verweist darauf, dass Gott hier zweierlei sagt. Zum einen betont er seine Unabhängigkeit und Unverfügbarkeit. Gott ist und bleibt in allem frei. Doch gleichfalls sagt Gott hier: „Ich bin da!“ Und damit ist alles gesagt. Eltern mit kleinen Kindern kennen diesen Satz. Sie sagen es, wenn sich ihr Kind allein fühlt und ruft. Die Antwort ist vielerorts die gleiche: „Ich bin da!“ Gott sagt „Ich bin da!“; der ewige Gott ist da beim verletzlichen Menschen.

Gott tritt hinein in unsere Lebenswirklichkeit, verbindet sich mit uns. In Jesus Christus verbinden sich Gott und Mensch – von der Wiege bis zur Bahre. Gott zeigt sich als ein Gott, der von Anfang an und bis zu ihrer Vollendung mit seiner Schöpfung, mit menschlicher Geschichte verbunden ist und damit auch mit jedem einzelnen Leben.

Daran glauben Christen. Darauf hoffen sie. „Für diese Hoffnung müssen Christen eintreten, nicht indem sie die Übel der Welt aufzählen, wie das auch andere tun, sondern indem sie die Hoffnung zur Sprache bringen, die im christlichen Glauben und Leben Gestalt gewinnt. Der Bezugspunkt ihrer Orientierung sind die Abgründe, Irrtümer und Plagen der Welt, sondern die Güte Gottes, der sie nicht überhandnehmen lässt. Christlicher Glaube lebt von der Hoffnung auf Gott …“ (Ingolf U. Dalferth).

Und so nehme ich auf, was auf dem Wappen der Schweizer Eidgenossenschaft steht: «Hominum confusione et Dei providentia Helvetia regitur» („Die Schweiz wird von der Verwirrung der Menschen und von der Vorsehung Gottes regiert.“) Das lässt sich gewiss auf die ganze Welt und auf jedes einzelne Leben übertragen. Das gibt mir Hoffnung für mein eigenes Leben und für die ganze Welt!

Ich lege den apokalyptischen Reitern das Zaumzeug der Hoffnung und des Glaubens an!

Bleiben Sie von Gott behütet!

Ihr Martin Reppenhagen

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